Überstunden berechnen: Saldo, Stundensatz, Dezimalstunden

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Zwei Personen rechnen am Nachmittag mit Taschenrechner und Papier Stunden durch. KI-generiert

Eine Überstunde ist jede Stunde über die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit hinaus. Um sie zu beziffern, braucht es zwei Rechnungen: den Saldo aus geleisteter und geschuldeter Zeit, und den Stundensatz aus dem Monatsgehalt – Gehalt × 12 ÷ 52 ÷ Wochenstunden.

Was eine Überstunde ist

Maßstab ist die vereinbarte Arbeitszeit, nicht ein allgemeiner Wert. Wer 30 Stunden pro Woche vereinbart hat, leistet ab der 31. Stunde Überstunden – auch wenn das nach einer normalen Woche aussieht.

Daraus folgt: Die Zahl lässt sich ohne den Vertrag nicht ausrechnen. Wer einen Saldo bildet, braucht immer beides – was aufgezeichnet wurde und was vereinbart ist. Die zweite Zahl steht in keiner Zeiterfassung, sondern im Arbeitsvertrag.

Soll gegen Ist: der Saldo

Der Saldo eines Zeitraums ist die geleistete Zeit minus die geschuldete Zeit. Beides muss sich auf denselben Zeitraum beziehen, sonst rechnet man Äpfel gegen Birnen.

Die geschuldete Zeit je Zeitraum, bei 40 Wochenstunden
Zeitraum Rechnung Ergebnis
Woche vereinbarte Wochenstunden 40,00 Stunden
Monat (Durchschnitt) Wochenstunden × 13 ÷ 3 173,33 Stunden
Jahr Wochenstunden × 52 2.080,00 Stunden

Der Monatswert ist ein Durchschnitt, kein Kalenderwert: Ein Monat hat mal 20, mal 23 Arbeitstage. Wer taggenau rechnen will, nimmt die tatsächlichen Arbeitstage des Monats mal die vereinbarte Tagesarbeitszeit. Beide Wege sind richtig – nur mischen darf man sie nicht, sonst schwankt der Saldo von Monat zu Monat ohne Grund.

Der Rechenweg: vom Gehalt zum Stundensatz

Bei einem Monatsgehalt braucht es zunächst den Stundenlohn. Die saubere Formel lautet Monatsgehalt × 12 ÷ 52 ÷ Wochenstunden. Sie rechnet über das ganze Jahr und vermeidet damit den Fehler, einen Monat pauschal mit vier Wochen anzusetzen.

Die gebräuchliche Kurzform Monatsgehalt × 3 ÷ 13 ÷ Wochenstunden führt zum selben Ergebnis, weil 12 ÷ 52 dasselbe ist wie 3 ÷ 13. Wer stattdessen durch vier Wochen teilt, rechnet mit 48 statt 52 Wochen im Jahr und kommt auf einen um rund acht Prozent zu hohen Stundenlohn.

Die durchschnittliche Monatsarbeitszeit ergibt sich entsprechend aus Wochenstunden × 13 ÷ 3 – bei 40 Stunden also 173,33 Stunden im Monat.

Ein durchgerechnetes Beispiel

Ein Angestellter verdient 3.000 € brutto im Monat bei einer 40-Stunden-Woche und hat im Mai 12 Stunden über die vereinbarte Zeit hinaus gearbeitet. Ein Zuschlag ist nicht vereinbart.

Schritt für Schritt
Schritt Rechnung Ergebnis
Jahresgehalt 3.000 € × 12 36.000 €
Jahresarbeitszeit 52 × 40 Stunden 2.080 Stunden
Stundensatz 36.000 € ÷ 2.080 17,31 €
12 Stunden 12 × 17,31 € 207,72 € brutto

Ist im Vertrag oder Tarif ein Zuschlag von 25 Prozent vereinbart, rechnet man mit 21,64 € statt 17,31 € und kommt auf 259,68 €. Der Zuschlag ändert nur den Faktor, nicht den Rechenweg.

Teilzeit: der Punkt, der oft übersehen wird

Der Stundensatz einer Teilzeitkraft wird mit ihren Wochenstunden gerechnet, nicht mit denen einer Vollzeitstelle. Wer hier versehentlich durch 40 teilt, rechnet den Stundensatz systematisch zu niedrig.

2.000 € brutto bei 20 Wochenstunden
Rechnung Ergebnis
2.000 × 12 ÷ 52 ÷ 20 23,08 € richtig
2.000 × 12 ÷ 52 ÷ 40 11,54 € halbiert – die Vollzeitstunden sind nicht vereinbart

Derselbe Fehler in der anderen Richtung passiert beim Saldo: Die geschuldete Zeit einer 20-Stunden-Kraft ist 86,67 Stunden im Monat, nicht 173,33. Wer die Soll-Zahl aus einer Vorlage übernimmt, ohne sie anzupassen, produziert jeden Monat rund 87 Stunden Minus, die es nicht gibt.

Dezimalstunden: 7:45 sind 7,75

Für die Multiplikation mit einem Stundensatz braucht es Dezimalstunden, keine Uhrzeiten. Die Umrechnung ist eine Division: Minuten ÷ 60. Aus 7 Stunden 45 Minuten werden 7,75 Stunden, aus 7:20 werden 7,33.

Der häufigste Fehler ist, 7:45 als 7,45 weiterzurechnen. Bei zwölf Stunden im Monat und einem Stundensatz von 17,31 € klingt der Unterschied klein; über ein Jahr und mehrere Personen ist er es nicht.

Die Werte, nach denen am häufigsten gesucht wird
Uhrzeit Dezimal Uhrzeit Dezimal
0:150,250:450,75
0:200,330:500,83
0:300,507:457,75
0:400,678:308,50

Auszahlen oder abfeiern?

Beide Wege kommen im Betrieb vor, und welcher gilt, steht in der Vereinbarung, die beide Seiten getroffen haben. Rechnerisch unterscheiden sie sich darin, ob der Saldo in Geld oder in Zeit aufgelöst wird.

Beim Ausgleich in Freizeit wird der Saldo um die genommenen Stunden verringert – die 12 Stunden aus dem Beispiel entsprechen bei einer 8-Stunden-Tagesarbeitszeit anderthalb freien Tagen. In der Praxis läuft das meist über ein Arbeitszeitkonto; wie ein solches Konto geführt wird, steht in Arbeitszeitkonto führen.

Woher die Stundenzahl kommt

Jede Rechnung oben steht und fällt mit der ersten Zahl: der tatsächlich geleisteten Zeit. Wer sie am Monatsende schätzt, rechnet anschließend sehr genau mit einem ungenauen Wert.

In neunzeit entsteht diese Zahl beim Erfassen: Jeder trägt seine Zeiten selbst ein, die Auswertung summiert je Person und Zeitraum, und das Ergebnis lässt sich als Excel-Datei oder PDF ausgeben. Den Saldo bildet neunzeit nicht – es gibt keine Sollzeiten und keine Zeitkonten. Die geschuldete Zeit kommt aus dem Vertrag, und die Subtraktion machen Sie selbst, mit den Werten aus dem Abschnitt oben.

Eine fertige Vorlage zum Mitschreiben gibt es unter Stundenzettel-Vorlage.

Häufige Fragen

Wie berechne ich Überstunden?

In zwei Schritten. Erst der Saldo: geleistete Zeit minus geschuldete Zeit für denselben Zeitraum. Dann der Wert: Saldo in Dezimalstunden mal Stundensatz. Die geschuldete Zeit steht im Arbeitsvertrag, die geleistete in der Zeiterfassung – ohne beide Zahlen lässt sich nichts ausrechnen.

Wie rechne ich aus dem Monatsgehalt einen Stundensatz?

Monatsgehalt mal zwölf, geteilt durch 52 Wochen und die vertragliche Wochenarbeitszeit. Bei 3.000 € und 40 Stunden: 3.000 × 12 = 36.000; 36.000 ÷ 52 ÷ 40 = 17,31 € je Stunde. Die häufig verwendete Kurzform Monatsgehalt × 3 ÷ 13 ÷ Wochenstunden führt zum selben Ergebnis. Wer stattdessen durch vier Wochen teilt, rechnet mit 48 statt 52 Wochen und kommt rund acht Prozent zu hoch heraus.

Wie viele Stunden hat ein Monat im Durchschnitt?

Wochenstunden mal 13 geteilt durch 3. Bei einer 40-Stunden-Woche sind das 173,33 Stunden, bei 20 Wochenstunden 86,67. Das ist ein Durchschnittswert – ein Kalendermonat hat mal 20, mal 23 Arbeitstage. Wer taggenau rechnet, nimmt die tatsächlichen Arbeitstage mal die vereinbarte Tagesarbeitszeit; mischen sollte man beide Wege nicht.

Was ändert sich bei Teilzeit?

Der Stundensatz wird mit den vereinbarten Wochenstunden gerechnet, nicht mit denen einer Vollzeitstelle. 2.000 € bei 20 Wochenstunden ergeben 23,08 € je Stunde – wer versehentlich durch 40 teilt, kommt auf 11,54 € und damit auf die Hälfte. Dasselbe gilt für die Soll-Zahl: 86,67 Stunden im Monat, nicht 173,33.

Wie rechne ich Stunden in Dezimalstunden um?

Minuten durch 60 teilen: 7 Stunden 45 Minuten sind 7,75 Stunden, 7:20 sind 7,33. Der häufigste Fehler ist, 7:45 als 7,45 weiterzurechnen – das ist bei einer einzelnen Zeile wenig und über ein Jahr und mehrere Personen viel.

Rechnet neunzeit Überstunden aus?

Nein. neunzeit kennt keine Sollzeiten und keine Zeitkonten; es erfasst und summiert die geleistete Zeit je Person und Zeitraum und gibt sie als Excel-Datei oder PDF aus. Die geschuldete Zeit kommt aus dem Vertrag, die Subtraktion machen Sie selbst.

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